Die Geschichte der Löschgruppe Bouderath von 1938 bis heute |
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Es war im Jahre 1938, als der " Halbzug Bouderath " das erste mal amtlich in den Dokumenten des Rheinischen Feuerwehrkalenders aufgeführt wurde.
![]() Wie auf dem abgebildeten Foto zu erkennen ist, war die damalige Feuerwehr schon mit einer einheitlichen Uniform ausgestattet. Zur technischen Ausrüstung gehörten bereits ein Holzleiterwagen sowie eine Handdruckspritze, bestückt mit Schlauch und Strahlrohr. Die Handdruckspritze mußte von mindestens sechs Wehrmännern bedient werden. Diese Gerätschaft ist heute noch in gut erhaltenem Zustand im Gerätehaus Bouderath zu besichtigen. Die Handdruckspritze ist, nachdem sie vor einigen Jahren von den aktiven Mitgliedern der der freiwilligen Feuerwehr in deren Freizeit restauriert wurde, sogar noch funktionstüchtig! 1939 begannen die Kriegswirren. Es war in dieser Zeit nicht möglich, eine organisierte Feuerwehr in Bouderath aufrecht zu erhalten. Der erste dokumentierte Einsatz nach dem Krieg war im Jahre 1946, als es in einer Stellmacherei brannte. Nur mit größerem Einsatz konnte der Brand gelöscht und größerer Schaden vermieden werden. Ein weiterer Brand enstand durch Blitzeinschlag in einem Bauernhof. Die Löscharbeiten der Feuerwehrmänner wurde durch Wassermangel erschwert... Die ersten noch vorhandenen Dokumente stammen aus dem Jahr 1955. Es handelt sich um ein "Mitgliederverzeichnis" sowie um eine "Inventarliste".
Ein Einsatzbericht existiert noch vom Großbrand am 16.08.1956 auf dem Anwesen von Peter Zalfen, "in der Hött". Dort fielen Stall, Scheune und ein Schuppen trotz des Einsatzes der freiwilligen Feuerwehr Bouderath und der Amtsfeuerwehr Zingsheim den Flammen zum Opfer. Infolge Wassermangel mußte ein Brunnen, der sich auf dem Nachbarhof befand, leergepumpt werden. Nur durch größten Einsatz war ein Übergreifen der Flammen auf die Nachbarhäuser zu verhindern. Am 18.08.1959 beschloß der damalige Gemeinderat den Bau eines neuen Gerätehauses. Im August 1962 wurde das Feuerwehrgerätehaus eingeweiht. Die neu anzuschaffenden Gerätschaften fanden somit eine geeignete Unterkunft. Einer dieser Anschaffungen war im Jahre 1964 der Tragkraftspritzenanhänger mit Tragkraftspritze (TSA 8/8 mit TS 8/8). Diese Tragkraftspritze, die heute noch immer Hauptbestandteil der LG Bouderath ist, bedeutete damals für die LG eine erhebliche Erleichterung der Brandbekämpfung. Festprogramm zum 50 -jährigen Jubiläum der Löschgruppe Bouderath Freitag, 12. August 1988 19.00 Uhr Festkommers im Saale Mondorf, anschl. "Großer Zapfenstreich" gespielt von der Musikkapelle Frohngau und dem Spielmannszug Marmagen anschl. gemütliches Beisammensein mit Tanz
Samstag, 13. August 1988 20.00 Uhr Feuerwehrball im Saal Mondorf
Sonntag, 14. August 1988 10.00 Uhr Feierliches Hochamt, danach Kranzniederlegung am Ehrenmal, anschl. Frühschoppen im Saal Mondorf
13.30 Uhr Empfang der auswärtigen Wehren und Vereine 15.00 Uhr Festumzug, anschl. gemütliches Beisammensein mit Tanz im Saal Mondorf
Das Jahr 1990 bescherte der LG Bouderath bis dahin wohl die meisten Einsätze in einem Jahr. In dem Jahr waren direkt 5 Einsätze zu verzeichnen ( 3 technische Hilfeleistungen, 2 Brandeinsätze). Diese Anzahl ist für die LG ungewöhnlich hoch. Im Jahr 1992 veranstaltete die Gemeindefeuerwehr Nettersheim in der Aula der Hauptschule Nettersheim eine Feuerwehrausstellung. Auch als kleinste Löschgruppe der Gemeinde haben wir mit einem sehr ansehnlichen Stand an dieser Austellung mitgewirkt. Das Jahr 1993 brachte der LG Bouderath zwei für die LG aussergewöhnliche Einsätze. Ein Gefahrguteinsatz, der einem Feuerwehrkameraden einen längeren Krankenhausaufenthalt bescherte, übersprang das Maß, da keiner aus der LG im Gefahrgutbereich gesondert geschult war. Der zweite Einsatz war aufgrund seiner Dauer ungewöhnlich. Es galt über 17 Std. Wassermassen, die in einen Keller liefen, abzupumpen. 1994 war ein Jahr des technischen Fortschritts in der LG. Es wurde ein Funkgerät angeschafft, was der LG dann auch die Möglichkeit zur Kommunikation mit der Leitstelle in Euskirchen gab. Es war dann wohl eine Rarität: TSA mit 4m- Sprechfunk. 1995 ergab einen weiteren technischen Fortschritt für die LG Bouderath. Es wurde vom Katastrophenschutz ein VW- Bus als Mannschaftstransporter bereitgestellt, was der LG weitere "Beweglichkeit" verschaffte. 1996 mußte die LG Bouderath den 1995 erhaltenen Mannschaftstransporter an die Gemeinde Dahlem abgeben. Als Gegenzug erhielten wir dann den in Nettersheim stationierten ELW des Katastrophenschutzes. 1999 waren Kameraden der LG Bouderath bei einem Großeinsatz in Wahlerscheid (Kreis DN) beteiligt. Dort wurde über mehrere Wochen aufgrund lang anhaltender Trockenheit die Wasserversorgung für mehrere Ortschaften von Feuerwehr, THW und Kats sichergestellt. Die erste Homepage der Löschgruppe Bouderath wurde entwickelt und online gestellt. Bei der Gemeinde Nettersheim wurde eine Erweiterung des Gerätehauses beantragt. Im November des Jahres 2000 wurde das vom Katastrophenschutz bereitgestellte Fahrzeug ausgemustert. Dieses Fahrzeug wartet nun bei der LG Bouderath abgemeldet auf den Verkauf. Die Kameraden der LG hoffen jedoch, daß die Gemeinde den Zuschlag für dieses Fahrzeug erhält, damit die Mobilität der Lg nicht verloren geht. Aufgrund mangelnder Gelder wäre bei einem Nichtkauf des Fahrzeuges wohl die Existenz der LG gefährdet. Das Ex- Fahrzeug des KatS konnte im April 2001 von der Gemeinde Nettersheim gekauft und der LG Bouderath wieder zur Verfügung gestellt werden. Die LG plant nun den Ausbau des Fahrzeuges zu einem Einsatzfahrzeug den örtlichen Bedürfnissen angepaßt . Im Jahr 2002 übernahm Stefan Nuss die Führung der Löschgruppe Bouderath. René Schreiber konnte aus beruflichen Gründen nicht mehr den Zeitaufwand leisten der für die Führung der Löschgruppe nötig ist. Als Stellvertreter wurde Stefan Klein bestimmt. Michael Nuss wurde zum Jugendwart der Löschgruppe Bouderath gewählt. Die bereits von René Schreiber beantragte Erweiterung/ Renovierung des Gerätehaus wurde erneut Ziel der Tätigkeiten. Die Planung wurde intensiviert, ein Beschluss im Rat der Gemeinde Nettersheim folgte und es wurde mit den ersten Arbeiten begonnen. 2004 war es dann endlich soweit. Nach unzähligen Stunden von Stefan Nuss und seinen Kameraden wurde der Umbau des Gerätehauses fertig gestellt. In weit mehr als 2000 Stunden Eigenleistung wurde das Gerätehaus renoviert sowie um Schulungsraum und Toilettenanlage erweitert. Beim 65-jährigen Bestehen in Verbindung mit dem Gemeindefeuerwehrtag wurde im August 2004 das Gerätehaus sowie ein neues TSF-W eingeweiht. Nun ist die Löschgruppe Bouderath eine sehr schlagkräftige Einheit. Ebenso wurde Stefan Nuss zum Brandmeister befördert. Der erste Brandmeister von Bouderath. 2005 wurde René Schreiber erneut zum stellvertretenden Gruppenführer bestimmt. Viele Übungsstunden werden mit dem Fahrzeug verbracht um sich so auf die neue Ausrüstung einzustellen. Seit 2005 nimmt die Löschgruppe Bouderath regelmäßig an Sicherheitsdiensten bei Motorsportveranstaltungen am Nürburgring teil. 2006 gibt es eine Neuauflage der Blaulichttage der freiwilligen Feuerwehr der Gemeinde Nettersheim. Vom 19 - 20.08.2006 finden diese im Gewerbegebiet Zingsheim statt. Veranstalter sind diesmals alle Feuerwehren der Gemeinde Nettersheim. Die LG Bouderath wirkt mit 3 Mitgliedern im Arbeitskreis Blaulichttage zur Organisation der Veranstaltung mit. René Schreiber übernahm Erstellung und Pflege der Webseite http://www.blaulichttage.de Insgesamt wurde die LG Bouderath zu 5 Einsätzen gerufen. Die steigende Einsatzzahl hängt mit dem Fahrzeug zusammen, da wir jetzt in der Lage sind schnell und professionell zu helfen und das nicht nur in Bouderath. Marcel Held und Michael Nuss absolvierten erfolgreich die Truppführerausbildung und konnten bereits auf dem Gemeindefeuerwehrtag in Frohngau zu Unterbrandmeistern befördert werden. Jens Becker wurde zum Hauptfeuerwehrmann befördert, Ulrich Latz und Sven Krüger zu Oberfeuerwermännern. Die Sicherheitsdienste bei Motorsportveranstaltungen wurden auch 2006 fortgeführt. Mit eigenen finanziellen Mitteln wurden 2 Handfunkgeräte angeschafft. 2007 ist bereits jetzt ein einsatzträchtiges Jahr. Am Jahresanfang galt es erneut eine Ölspur zu beseitigen. Bedingt durch den Orkan Kyrill wurden 3 Einsätze gefahren. Im Februar ereignete sich ein Verkehrsunfall aufgrund überfrierender Nässe somit das man bereits jetzt (03/07) auf insgesamt 5 Einsätze zurückblicken kann. In der Ausbildung hat sich auch wieder einiges getan. Marcel Held besuchte beim Institut der Feuerwehr in Münster einen Gerätewart-Lehrgang. René Schreiber besuchte ebenfalls das IDF Münster und legte dort die Prüfung zum Gruppenführer ab und nahm an einem Seminar für Führungskräfte zur Rettung/Bergung von Personen aus vertrümmerten Gebäuden teil. Als Besonderes Ereignis soll hier die Wiederbeschaffung eines historischen Helmes erwähnt werden.
![]() Dem Wehrleiter Winfried Dederichs ist es zu verdanken, das ein Helm aus dem Jahr ca. 1920 wieder den Weg nach Bouderath fand. Auf dem Helm ist noch das originale Bouderather Abzeichen.
2007 scheint auch das Jahr der Unwetter zu werden. Starke Regenfälle verursachten auch so mehrere Einsätze für die Löschgruppe Bouderath Ende September. Nach heftigen Regenfällen wurde im Kreis Euskirchen Katastrophenalarm ausgelöst. Die LG Bouderath leistete zunächst überörtliche Hilfe in Kolvenbach und wurde später nach Nettersheim abkommandiert, da dort zahlreiche Keller unter Wasser standen. Insegsamt dauerten die Einsätze in dieser Nacht mehr als 12 Stunden. Anfang Oktober musste dann ebenfalls auf Grund des starken Regens zu einem Einsatz gefahren werden. Leider müssen sich selbst bei Einsätzen Feuerwehrmänner/frauen oftmals Beleidgungen und Unverschämtheiten anhören obwohl Sie nur helfen wollen. In 2007 gab es eine "Verjüngungskur". Gerd Lamberts, ältestes aktives Mitglied, lies sich auf eigenen Wunsch ind ie Ehrenabteilung versetzen. Im Vorstand der LG Bouderath war er mehrere Jahre Beisitzer. Seinen Posten übernahm Ulrich Latz. Somit sind alle Vorstandsmitglieder unter 40 Jahre jung. Wir danken Gerd Lamberts für die aktive Unterstützung der LG sowie für seine wertvollen Kontakte. Am Anfang des Jahres 2008 wurde die Dekon-Gruppe des Kreises Euskirchen offiziell einsatzbereit gemeldet. Die Löschgruppe Bouderath stellt für die Dekongruppe Personal und Fahrzeug zur Wasserversorgung. Somit gab es bereits Anfang des Jahres einen Gefahrguteinsatz auf der BAB 1 mit zu bewältigen. Aufschwung gab es auch bei der Ausrüstung. Die Löschgruppe erhielt von der Gemeinde Nettersheim einen Gerätesatz Absturzsicherung. Um damit richtig arbeiten zu können nahmen Ulrich Latz und Rene Schreiber an einem entsprechenden Lehrgang auf Gemeindeebene teil. Ins Leben gerufen wurde auf Gemeindeebene die Koordinierungsstelle für Großschadenslagen. Hier beteiligen sich Marcel Held und Rene Schreiber mit der Organisation und dem Aufbau dieser Stelle und werden diese bei Bedarf auch mit besetzen. Im August wurde ein "Tag der offenen Tür" veranstaltet - Normalerweise wurde ein Frühlingsfest an Christi Himmelfahrt veranstaltet. Dieser Termin fiel ungünstig auf den 1. Mai so dass wird uns für einen Ausweichtermin entschieden hatten. Das Jahr 2009 begann schon in der ersten Woche mit 2 Einsätzen. Es galt jeweils Ölspuren abzustreuen, die erste von einem Verkehrsunfall, die zweite vermutlich durch ein Winterdienstfahrzeug verursacht. Weitere Einsätze folgten - unter anderem auch wieder ein Einsatz auf Kreisebene mit dem Dekonzug. An der Steinbachtalsperre gab es einen Chlorgasunfall mit einer Vielzahl an Verletzten. 4 Kameraden unterstützten im Rahmen der Dekoneinheit. 2009 wurde erneut ein neuer Zugführer gewählt, da Jörg Falkenstein aus persönlichen Gründen vom Amt zurücktreten musste. Zunächst komissarischer Zugführer ist Rudi Steffes-Ley von Tondorf. Er wird nächstmöglich den entsprechenden Lehrgang am IDF besuchen. Als Stellvertreter ist Rene Schreiber vorgesehen, sobald er den entsprechenden Lehrgang absolviert hat. 2010 ist wieder ein Jahr der Ausbildung. Oliver Nuss begann mit dem Grundlehrgang, es folgte Marcel Held mit der Truppführer-Fortbildung sowie dem Gruppenführerlehrgang am IDF in Münster. Somit wird Marcel Held der 3. Brandmeister in der kleinen Löschgruppe werden. Rene Schreiber besuchte ebenfalls am IDF einen Ausbilder-Lehrgang, sowie über 8 Monate die Vorbereitung zum Zugführer in Kerpen und Düren. Es wurde seit langem nochmal ein Ausflug mit allen aktiven und inaktiven Mitgliedern durchgeführt. Als neues Material wurde eine Mittelschaum-Pistole für den Schnellangriff beschafft.
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