Das sogenannte „Luftschaum-Verfahren“ geht bis in das Jahr 1923 zurück. Aber erst als „Wilhelm Friedrich“ das gerätetechnisch unkomplizierte und dabei äußerst leistungsfähige „Strahlrohrschaum“ Verfahren erfunden hatte, war die Entscheidung für den „Luftschaum“ endgültig gefallen. Sein 1932 patentiertes Luftschaumstrahlrohr, das unter dem Namen „Kometrohr“ bekannt geworden ist, setzte sich bei den Feuerwehren durch. Es wurde später noch in Einzelheiten verbessert und gehört heute zur Standartausrüstung der Feuerwehren in der ganzen Welt.
Der heute im Brandschutz verwendete Schaum ist ausschließlich Luftschaum. Schaum ist das einzige Löschmittel, das nicht in fertiger Form auf Löschfahrzeugen mitgeführt wird, sondern erst an der Einsatzstelle erzeugt werden muss. Schaum besteht im Allgemeinen aus drei Komponenten Wasser, Schaummittel und Luft.
Die Wasser / Schaummittellösung kann vorgemischt sein oder erst an der Einsatzstelle durch Zumischer erzeugt werden. Zu einer gezielten Abgabe des erzeugten Schaums dienen die Schaumrohre.
Unter Zumischung versteht man den prozentualen Anteil von Schaummitteln an der Wasser / Schaummittellösung. Eine 3%ige Zumischung bedeutet also, dass die Wasser / Schaummittellösung aus 97% Wasser und 3% Schaummittel besteht. Die übliche Zumischung liegt im Bereich von 1% bis 6% und kann bei Spezialschaummitteln auch 10% betragen.
Im Allgemeinen werden bei
zugemischt.
Die Höhe der Zumischung kann einen wesentlichen Einfluss auf die Schaumstabilität haben. Die Verschäumungszahl wird dagegen durch Erhöhen der Vorgeschriebenen Zumischung nur gering beeinflusst.
Die Verschäumungszahl (VZ) ist das Verhältnis zwischen Flüssigkeitsmenge (Wasser / Schaummittellösung) und Schaummenge. Die VZ gibt an, um wie viel sich die Flüssigkeitsmenge bei der Verschäumung vergrößert hat. Ergibt z. B. 1l Flüssigkeit unter Zusatz von 7l Luft 8l Schaum, so ist das Verhältnis von Flüssigkeitsmenge und Schaummenge 1 : 8.
Genannt wird als Verschäumungszahl nur die größere zahl, also VZ = 8.
Man geht bei der Bestimmung der VZ davon aus, dass das Schaummittel etwa die Dichte des Wassers (1kg/l) hat.
Wiegt z. B. 1l Schaum 0,2 kg (also 0,2 kg/l) so ist die VZ:
VZ = 1/ 0,2 = 5
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Die VZ der Verschiedenen Schäume liegen im Bereich von etwa 4 bis 1000. Nach der VZ teilt man die Schäume ein in:
| Schwerschaum | VZ | 0 | bis | 20 |
| Mittelschaum | VZ | 21 | bis | 200 |
| Leichtschaum | VZ | 201 | bis | 1000 |
Die für den Betrieb von Schaumrohren erforderlichen Zusatzgeräte sind:
| der Zumischer (Z) | DIN | 14384 |
| der Ansaugschlauch | DIN | 14819 |
| der Schaummittelbehälter | DIN | 14452 |
| die Schaumrohre / Werfer | DIN | 14366 |
| Z2 | - | Durchfluss 200 l/min | C - Festkupplung | |
| Z4 | - | Durchfluss 400 l/min | B - Festkupplung | |
| Z8 | - | Durchfluss 800 l/min | B - Festkupplung |
Zumischer mit Zumischregelung (im allg. 1% - 6%) tragen den Kennbuchstaben „R“, z. B.: Z 2 R. Er arbeitet nach dem Saugstrahlprinzip (Injektorprinzip) und verursacht einen Druckverlust von etwa 25 - 30%.
Als Ansaugschlauch dient ein transparenter Kunststoffschlauch, 1,5 und 3,0m lang und 19mm l. W., der mit einer D-Kupplung und am anderen Ende mit einer Einkerbung (Verhindert das Festsaugen am Schaummittelbehälter) versehen ist.
Der Schaummittelbehälter fasst 20l , und ist mit einem Tragegriff und einer gelbe Kennzeichnung versehen.
Schaumstrahlrohre sind Geräte, die der gezielten Abgabe des Löschmittels „Schaum“ dienen. Für die prozentuale Zumischung des Schaummittels zum Wasser sind die Zumischer verantwortlich.
Das Wasser / Schaummittel - Gemisch wird durch die Düsen gedrückt, die ringförmig im Düsenkörper angeordnet sind. Dadurch entstehen feinste Sprühstrahlen, die mit hoher Geschwindigkeit die Luftöffnungen des Schwerschaumrohres passieren, hier einen Unterdruck verursachen und so Luft ansaugen (Injektorwirkung).
Der Luftstrom vermischt sich mit den Sprühstrahlen und verschäumt sie. Im Leitrohrbündel wird der Schaum schließlich zu einem geschlossenen Schaumstrahl gerichtet.
Das Wasser / Schaummittel - Gemisch wird durch die Vollkegelspiraldüse gedrückt und von ihr in feine Tröpfchen zerrissen. Diese treffen mit angesaugter Luft (Injektorwirkung) auf das Verschäumungssieb, das sich zusetzt und so den Luftstrom abbremst. Der sich daraufhin vor dem Verschäumungssieb aufbauende Überdruck deformiert die Tröpfchen zu offenen Blasen, die von den nachfolgenden Tröpfchen aber schnell wieder verschlossen werden. Es entsteht Schaum.
Die Hauptmenge des Wassers, die auf dem Weg in den Diffuser mit hoher Geschwindigkeit den Saugschlauch passiert, verursacht hier einen Unterdruck. Dadurch wird das Schaummittel angesaugt und dem Wasser zugeführt (Injektorwirkung).
Die Restmenge des Wassers fließt durch das Sieb in die Umgehungsleitung, um sich nach dem Durchlaufen des Regelventils mit dem Wasser / Schaummittel - Gemisch zu vereinigen.

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