Stress - Wir sind auch nur Menschen

StressbewältigungEinsätze von Feuerwehr und Rettungsdienst bringen neben körperlicher auch seelische Belastung für die Einsatzkräfte mit. Insbesondere nach Einsätzen, in die Kinder oder persönlich Bekannte verwickelt waren, schwerste Verletzungen zu sehen waren, Menschen gestorben sind oder man gar selbst in gefährliche Situationen verwickelt war, können die Rettungskräfte seelisch überfordert werden. 

Besonders belastend kann sein:

  • Tod oder Verletzung eines Kindes, einer persönlich bekannten Person
  • Mehrere Verletzte oder Tote
  • Tod oder Verletzung eines Kameraden
  • Eigene körperliche Verletzung oder Lebensgefahr
  • Unerwartete Situationen, unzutreffendes Meldebild
  • Nicht helfen zu können

Neben den Einsatzumständen und der psychischen Belastbarkeit einer jeden Person hängt vieles von Führungskräften ab. Führungskräfte sind Personengruppen, die für die eingesetzte Mannschaft von großer Bedeutung sind. Von Ihrem Vorbild hängen oft Atmosphäre, Sensibilität, Gesprächsbereitschaft und das Ausmaß gegenseitiger Unterstützung innerhalb der gesamten Gruppe ab. Ein unsicherer und ängstlicher Einsatzleiter kann für die eingesetzten Kräfte bereits während der Anfahrt für zusätzlichen Stress sorgen. Natürlich sind Führungskräfte auch nur Menschen und keinen gefühlslosen Maschinen. Dennoch ist es erfoderlich, das Sie einen klaren Kopf bewahren, strukturiert und professionell vorgehen und möglichst wenig Ihrer eigenen Ängste gegenüber den Kameraden während des Einsatz zeigen. Dies gibt der Gruppe das Gefühl, das sie in guten Händen sind. Um den Belastungen extremer Einsätze entgegen zu wirken, sollten Führungskräfte bereits während der Ausbildung Ihrer Kräfte eine Einstellungsänderung zum Einsatzwesen fördern und für ein Klima der sozialen Anerkennung als auch Wertschätzung der Arbeit sorgen. Somit wird z.B. vermieden, das sich einzelne Personen abgrenzen und nicht zur Gruppe zählen.
Zur primären Prävention zählen Aus- und Weiterbildung und Trainings der Einsatzkräfte um den individuellen Stress vor, während und nach den Einsätzen zu verringern.

Grundsätze für Führungskräfte:

  • Leistungsgrenzen der eingesetzten Rettungskräfte erkennen
  • Taktisch zusammenarbeitende Einheiten nur komplett austauschen
  • sich selbst gut informieren und Informationen gezielt weitergeben
  • Kommunikation auf das wesentliche beschränken,Sätze nicht länger als 6 Sekunden, Wichtiges an den Anfang
  • Anweisungen positiv formulieren, emotional negative Begriffe vermeiden
  • sich selbst gut informieren; Informationen gezielt weitergeben; emotional negative Begriffe vermeiden.
  • Bereitschaft in der Gruppe aufbauen, Angst und Leistungsgrenzen einzugestehen

Nach den Einsätzen sollten Maßnahmen durchgeführt werden, die das Risiko einer Erkrankung verringern z.B. die Einsatznachbesprechung (Debriefing). Man sollte sich selbst und die Mannschaft genauestens beobachten.

Als Hinweis dient eine Übersicht: Stressreaktionen erkennen

Sollten sich entsprechende Reaktionen zeigen sind dies Ernst zu nehmende Anzeichen für posttraumatische Belastungsstörungen die mit Maßnahmen wie z.B. Gesprächen mit Notfallseelsorgern, Beratungen oder gar Psychotherapien zu behandeln sind.

Gleiches gilt auch für die Nicht-Einsatzkräfte, die mit einer Notfall- oder Unglückssituation in Berührung gekommen sind.

Weitere Informationen finden Sie z.B. beim Kriseninterventionsdienstes des Deutschen Roten Kreuz im Kreis Euskirchen
unter http://www.kid-euskirchen.de/

Dort gibt es passend zum Thema ein sehr interessantes PDF- Dokument vonDipl. Psych. Joachim Hoffeld Ernst zum Download

Stress bei Feuerwehr, Rettungsdienst und Katastrophenschutz – Ein Überblick über das Stressphänomen

 

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